Hamburg, 16. November 1913
Und nun die Grablegung: Da kann man natürlich verfolgen - ich habe das schon im Karlsruher Zyklus erwähnt -, wie sich ein Naturereignis als äußerer Ausdruck des geistigen Ereignisses darstellt. Als Christus im Grabe lag, kam ein gewaltiges Erdbeben mit einem Wirbelwinde über die Erde. Da war es ganz besonders bedeutsam, daß sich herausstellte auch durch Betrachtung der Akasha-Chronik, was wir heute das Fünfte Evangelium nennen: daß nach dem Wirbelwind die Tücher im Grabe lagen, wie es im Johannes-Evangelium treu geschildert ist. Was ich jetzt geschildert habe, das haben die Apostel, rückwärtsschauend, in ihren eigenen Begegnungen mit Christus nach der Auferstehung, als Mysterium von Golgatha erlebt. Am Pfingstfeste haben sie das, was sie wie traumwandelnd durchgemacht hatten, zuerst erlebt für ihr Bewußtsein.
Cite:
GA 148/1913-11-16/p010 · edition original