Dritter Vortrag

GA 148/1913-11-18/p014 ·1913-11-18 · original (original)
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Einmal, so heißt es, als Hillel gerade in Jerusalem ankam, waren die bedeutendsten anderen jüdischen Gelehrten zu allerlei Diskussionen versammelt, in denen man hören konnte, wie pro und kontra über die Geheimnisse der jüdischen Lehre gesprochen wurde. Man hatte eine Kleinigkeit zu zahlen, um solchen Diskussionen beiwohnen zu können. Hillel hatte kein Geld, denn er war sehr arm. "Trotzdem es sehr kalt war, versuchte er einen kleinen Hügel vor dem Hause zu besteigen, in welchem die Diskussionen stattfanden, um durch das Fenster zu hören, was gesprochen wurde. Denn er konnte seinen Eintritt nicht bezahlen. Es war so kalt in der Nacht, daß er steif wurde vor Frost, so daß man ihn später am Morgen steif fand und ihn erst wieder erwärmen mußte, damit er auftaue. Aber er hatte dadurch, daß er dieses durchgemacht hatte, in seinem Ätherleibe teilgenommen an der ganzen Diskussion. Und während die anderen selber nichts anderes hörten als die abstrakten Worte, die hin- und widerflogen, hatte Hilleleine Welt von wunderbaren Visionen gesehen, die seine Seele umgestalteten.

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Cite: GA 148/1913-11-18/p014 · edition original