Dritter Vortrag
Dieses Menschwerden war nun die Quelle von weiterem, dreijährigem Leiden. Denn nicht gleich - so sagt uns die Beobachtung des Fünften Evangeliums in der Akasha-Chronik -, nicht gleich wurde die Christus-Wesenheit vollständig eins mit den drei Leibern des Jesus von Nazareth. Anfangs können wir erkennen, wenn wir den Christus Jesus auf der Erde wandeln sehen, wie die drei Leiber zwar durchsetzt sind von der Christus-Wesenheit, daß aber diese Christus-Wesenheit nicht vollständig darinnen ist, wie ein anderes Ich in einem Menschen drinnen ist, sondern sie hat diese drei Leiber wie eine mächtige Aura nur schwach angefaßt. Denn es ist möglich und hat unzählige Male stattgefunden, daß die Leiblichkeit dieses Christus Jesus irgendwo wat, sich irgendwo aufhielt in der Einsamkeit oder bei anderen Leuten, aber der Christus war weit weg, ging als Geistwesenheit im Lande herum. Nicht immer, wenn der Christus da oder dort erschien, dem einen oder dem anderen Apostel erschien, nicht immer war dann diese Geistwesenheit in dem physischen Leibe des Christus Jesus dabei. Er erschien schon damals in einem Geistleibe, der so stark war, daß man ihn immer als eine physische Gegenwart empfand. Was vom Zusammensein der Jünger mit dem Christus geredet wird, das ist nach dem Fünften Evangelium nicht immer ein Zusammensein im physischen Leibe, sondern oft nur die bis zur physischen Gegenwart sich hinaufsteigernde visionäre Art des Zusammenseins.
Cite:
GA 148/1913-11-18/p036 · edition original