Dritter Vortrag

GA 148/1913-11-18/p041 ·1913-11-18 · original (original)
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Man sieht herumgehen die Schar der Jünger, hat bei manchem Eindruck ganz entschieden das Bewußtsein: Jetzt ist auch der physische Leib des Jesus von Nazareth unter den Jüngern. — Das ist insbesondere dann der Fall, wenn der Christus Jesus in der Einsamkeit mit seinen Jüngern herumgeht. Aber man hat oftmals auch den Eindruck: Die leibliche Persönlichkeit des Jesus von Nazareth ist weit weg, die Jünger aber haben das Bewußtsein, sie gehen herum, und unter ihnen ist die Christus-Wesenheit. Aber sie kann — und das ist das Merkwürdige — dutch jeden der Jünger sprechen, abwechselnd durch den einen oder den anderen. Und während der eine oder der andere spricht, ist für die Zuhörenden aus dem Volke die ganze Physiognomie des Sprechenden verändert, wie geheiligt, alles ist anders. Wie transfiguriert ist immer einer unter ihnen, und gegen die letzten Zeiten immer ein anderer. Es hatte sich durch die mannigfaltigsten Verhältnisse das Bewußtsein verbreitet: Da ist jemand, der das Volk aufrüttelt, der etwas verbreitet, was die leitenden Juden der damaligen Zeit nicht haben wollten. Aber man wußte nicht, wer es ist. Es sprach einmal aus diesem, einmal aus jenem. Daher, so erzählt uns die Akasha-Chronik, war der Verrat des Judas notwendig.

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Cite: GA 148/1913-11-18/p041 · edition original