Zweiter Vortrag

GA 148/1913-12-10/p034 ·1913-12-10 · original (original)
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Nun muß man aber, um den ganzen irdischen Wandel des Christus Jesus zu verstehen, eines berücksichtigen. Die Christus-Wesenheit war in die drei Leiber eingezogen, aber nicht gleich so, daß dieses Christus-Ich so verbunden war mit diesen drei Leibern, wie ein menschliches Ich mit ihnen verbunden ist. Es war im Beginn des dreijährigen irdischen Wandels die Christus-Wesenheit zunächst nur lose verknüpft mit den drei Leibern des Jesus und dann wurde sie immer mehr in die drei Leiber hineingezogen. Darin bestand die Entwickelung in den drei Jahren, daß langsam und allmählich diese Christus-Wesenheit, die zuerst nur wie eine Aura die Jesus-Wesenheit durchsetzte, immer mehr in die drei Leiber hineingepreßt wurde. So dicht hineingepreßt wie ein menschliches Ich wurde diese Christus-Wesenheit erst kurz vor dem Tode am Kreuz. Dieses Hineinpressen war aber die drei Jahre hindurch ein fortwährendes Schmerzempfinden. Der Vorgang dieser völligen Menschwerdung, der drei Jahre dauerte und zum Mysterium von Golgatha führte, war dieses Hineingepreßtwerden in die drei Leiber, es war der Schmerz des Gottes, der auf der Erde empfunden werden mußte, damit das geschehen konnte, was notwendig war, um den Christus-Impuls in die Erdenentwickelung hineinzuführen. Zu dem, was ich über Jesu Schmerz und Leid in der Jugend erzählte, mußte noch dieses hinzukommen.

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Cite: GA 148/1913-12-10/p034 · edition original