Zweiter Vortrag

GA 148/1913-12-10/p035 ·1913-12-10 · original (original)
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Wenn man von Gottesschmerz spricht, könnte es leicht sein, daß man heute schlecht verstanden wird. Bei Maeterlinck zum Beispiel, der in seinem ganz gewiß berühmt werdenden Buch «Vom Tode» manches so Schöne sagt, der immerhin bestrebt war, mit den Mitteln, die er hatte, Dinge des geistigen Lebens zu erklären, konnte es vorkommen, daß er zu sagen vermag, eine entkörperte Seele könne keinen Schmerz haben, Schmerz empfinden könne nur der sterbliche Leib. — Das ist der Gipfelpunkt des Unsinns, denn ein Leib empfindet keinen Schmerz, ebensowenig wie ein Stein. Schmerz empfindet der Astralleib mit dem Ich im physischen Leibe drinnen; außerdem gibt es ja auch seelische Schmerzen und daher hören die Schmerzen nicht auf nach dem Tode. Sie können nur nicht mehr verursacht werden durch Störungen im physischen Leibe, für die Seele aber brauchen sie dadurch nicht aufzuhören.

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