{"corpus":"steiner","locus":"GA 148/1913-12-17/p018","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Art, wie er den Abstieg des Judentums vernahm, war mehr innerlich, durch innere Erleuchtung gewonnen. Da sah er, wie die Offenbarungen aus der geistigen Welt, die einst durch die alten Propheten verkündigt worden waren, aufgehört hatten, weil keine Ohren mehr da waren, zu hören. Wie es im Heidentum war, das wurde ihm klar an einem Ort, wo der alte heidnische Gottesdienst besonders verfallen war, wo sich auch in äußeren Zeichen der Verfall des Heidentums zeigte. Die Menschen waren an dem Ott, in den er jetzt kam, von Aussatz und sonstigen häßlichen Krankheiten befallen. Bösartig waren sie zum Teil geworden, zum Teil bresthaft, lahm. Sie waren gemieden von den Priestern, die geflohen waren von den Orten. Als man seiner ansichtig wurde, verbreitete sich wie ein Lauffeuer, daß da jemand ganz Besonderer käme. Denn er hatte jetzt auch in seinem äußeren Auftreten schon etwas erlangt, was eben wie umgewandelter Schmerz, wie Liebe war. Man sah, daß da ein Wesen herankam, wie es noch nie über die Erde gewandelt war. Das sagte der eine dem anderen. Rasch hatte es sich verbreitet, so daß viele herzuliefen, denn die Leute glaubten, daß ihnen zugeführt worden sei ein Priester, der wieder ihre Opfer verrichten würde. Waren doch ihre Priester geflohen! Da liefen sie herbei. So zeigt es die Akasha-Chronik, wie ich es Ihnen erzähle. Er hatte nicht vor, das heidnische Opfer zu verrichten. Aber jetzt zeigte sich ihm, wie in lebhaften Imaginationen, das ganze Rätsel vom Herabstiege auch der heidnischen Geistepoche. Er konnte jetzt unmittelbar wahrnehmen, was in die Geheimnisse der heidnischen Mysterien eingeflossen war, was in den heidnischen Mysterien gelebt hatte: daß die Kräfte hoher göttlicher Wesenheiten auf die Opferaltäre herabgeflossen waren. Jetzt aber strömten statt der Kräfte der guten Geister allerlei Dämonen, Sendboten des Luzifer und Ahriman, auf die heiligen Altäre herab. Nicht so innerlich durch Erleuchtung wie beim Judentum, sondern wie in äußeren Visionen, nahm er den Verfall des heidnischen Geisteslebens wahr.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1913-12-17","location":null,"word_count":320,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/148/1913-12-17/p018","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/148/1913-12-17/p018"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/148/1913-12-17/p018"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}