Fünfter Vortrag
Das war der große Protest des althebräischen Volkes gegen die umliegenden Völker, daß es den Gott der Erde anerkennen wollte. Alles das aber, was von oben kommt, was von außen zur Erde her kommt, das empfand man als dasjenige, was gewissermaßen nicht bis zur Aufgabe der Erdenbildung vorgerückt ist, sondern was zurückgeblieben ist im Stadium der Mondenbildung. Man faßte es zusammen unter alledem, was die «Schlange» auf der Erde bewirkt hat, was bewirkt hat der in der Mondentwickelung zurückgebliebene Luzifer. Man kann gleichsam diesen Protest des althebräischen Altertumes gegen die umliegenden Religionssysteme charakterisieren, indem man sagt, diese anderen Religionssysteme hatten das Gefühl: Wenn man sich zu dem Göttlichen erheben will, muß man von der Erde absehen, muß man in den Kosmos hinausgehen. Was im Kosmos bewirkt wird, oder was aus dem Kosmos in die Atmosphäre der Erde hereinkommt, das ist das, was wir anbeten müssen. Das althebräische Altertum sagte aber: Nicht das beten wir an, was von oben kommt, nicht das beten wir an, was bewirkt wird durch die außerirdischen Kräfte, sondern der wahre Gott ist mit der Erde!
Cite:
GA 148/1914-01-13/p012 · edition original