{"corpus":"steiner","locus":"GA 148/1914-01-13/p017","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es hat eine tiefe Bedeutung in mannigfaltiger Beziehung - ich habe ja auch schon von anderem Gesichtspunkte aus von diesen Worten gesprochen -—, daß der Täufer Johannes gerade diese Worte gebrauchte. So wie man sie gewöhnlich in der Bibel ausgesprochen findet, was ist es denn da eigentlich? Wenn man sich doch ein bißchen besser gestehen möchte, wie schlecht man heute liest! Als was nehmen denn die Menschen meistens dieses Wort, welches da im Evangelium steht, das Wort «Ihr Otterngezüchte»? Sie nehmen es gar nicht anders, als ob Johannes wirklich so kräftig und grob die Menschen um sich «Ihr Otterngezücht» geschimpft hätte. Höflich wäre das nicht gewesen. Aber es hätte auch keinen besonderen Zweck, wenn man den Leuten in die Seele reden will, gleich damit anzufangen, sie mit einem Schimpfwort zu belegen. Und es gibt auch kein besonderes Bild von Johannes, wenn man sagt: Das war eben sein göttlicher Zorn! — Da möchte ich doch das triviale Wort gebrauchen: Schimpfen können andere auch! Auf das kommt es nicht an. Aber in diesem Worte, das viele eben nur als Schimpfwort empfinden, liegt eben die ganze Bedeutung dessen, worauf Johannes die um ihn Seienden aufmerksam machen wollte: Ihr wisset nicht mehr, worinnen die Mission des Jahve-Gottes besteht; denn so, wie ihr nicht appelliert an die Kräfte der Erde, sondern an die Kräfte außerhalb der Erde, seid ihr nicht Kinder Abrahams, denn ihr betet das an, was euch die Schlange gebracht hat. So seid ihr von dem Geschlechte derer, die um euch herum ihre Götter unter den verschiedensten Namen anbeten, die doch aber das meinen, was euch als die «Schlange» charakterisiert ist!","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Fünfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1914-01-13","location":null,"word_count":268,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/148/1914-01-13/p017","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/148/1914-01-13/p017"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/148/1914-01-13/p017","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}