Fünfter Vortrag

GA 148/1914-01-13/p037 ·1914-01-13 · original (original)
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Der Christus wurde nun in dem Jesus von Nazareth als das fühlbar, wovon sich der Christus Jesus bei der Johannestaufe im Jordan sagen konnte: Da kam aus der überirdischen Welt etwas in mich herunter, das befruchtend in das Ich eingreifen kann. — In der menschlichen Seele werden künftig Inhalte leben, die von außerirdischen Regionen kommen, die nicht bloß vererbt sind. Alles, was man vorher hat wissen können: es ist bloß vererbt, es ist mit den physischen Verhältnissen von Generation zu Generation übergegangen. Und der Letzte, der es noch dazu gebracht hatte, höhere Fähigkeiten zu erwerben auf Grundlage dessen, was man vererben kann, das ist Johannes der Täufer. «Einer der größten von denjenigen, die vom Weibe geboren sind», so sagte der Christus Jesus von ihm. Da deutete er darauf hin, wie sich die alte Zeit von der neuen scheidet, wie die alte Zeit mit Recht sagen kann: Wenn ich das suche, was in meiner Seele leben soll als das, was mich zu den Höhen der Menschheit führt, so erinnere ich mich an Abraham, Isaak und Jakob; denn von denen gingen herunter in der Vererbungslinie bis zu mir die Fähigkeiten, die der Menschheit Höhen erreichen. — Jetzt aber müssen diese Fähigkeiten von außerirdischen Regionen kommen. Nicht mehr auf die Erde bloß schauen und den Gott der Erde finden in dem Christus, sondern des himmlischen Hereinkommens des Christus in der Seele sich bewußt sein — das ist es, worauf der Christus Jesus in dem Momente hindeutete, als er von Johannes dem "Täufer sprach als einem der größten derjenigen, die «vom Weibe geboren sind», das heißt, die in sich diejenigen Fähigkeiten tragen, die man unmittelbar durch die physische Vererbung erlangen kann.

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Cite: GA 148/1914-01-13/p037 · edition original