Fünfter Vortrag
Da klingt schon herauf, was neuerdings das Aufschauen zu den Sternen wiederum werden soll: es ist das neuere Lesen der Sternenschrift, wie wir es in unserer geisteswissenschaftlichen Weltanschauung versuchen. Und die Frage beantwortet sich uns, mit welcher wir die heutige Betrachtung begonnen haben: Wie kommen wir dem Christus-Impuls näher? Wie verstehen wir den Christus? Wie kommen wir zu ihm in das richtige Verhältnis, so daß wir sagen können: Wir nehmen wirklich den Christus-Impuls auf? — Indem wir lernen, mit derselben Inbrunst und Gemütstiefe, wie im althebräischen Altertum gesagt worden ist: Ich schaue hinauf zu Abraham, meinem Vater das heißt zu der physischen Vererbungslinie -, zu dem Urvater Abraham, wenn ich von dem Grunde dessen sprechen will, was ich als Wertvollstes in der Seele trage —, wenn wir mit derselben Gemütstiefe und Seelenstimmung heute zu dem schauen, was aus den geistigen Höhen kommt und was uns geistig befruchtet, zu dem Christus, wenn wir jede unserer Fähigkeiten, alles was wir vermögen, so daß es uns zu Menschen macht, keiner irdischen Macht, sondern dem Christus zuschreiben, dann gewinnen wir das lebendige Verhältnis zu dem Christus. «Erfreust du dich irgendeiner Fähigkeit, und sei es die alltäglichste, die dich zum Menschen macht, woher hast du sie?» Vom Christus!
Cite:
GA 148/1914-01-13/p052 · edition original