Dritter Vortrag
Diesen nathanischen Jesusknaben müssen wir ein wenig betrachten. Ich habe ja schon aufmerksam darauf gemacht, daß wir es bei diesem Jesusknaben nicht zu tun haben mit einem Menschenwesen, wie andere Menschenwesen sind, im strengen Sinne des Wortes. Wir haben es zu tun mit einem Wesen, bei dem wir nicht davon sprechen können, daß es vorher als Mensch in diesem oder jenem Individuum auf der Erde inkarniert war. Wir haben immer betont, daß gleichsam von dem Seelenhaften, das von geistigen Welten zur Erde gekommen ist, um sich dann in den einzelnen menschlichen Individualitäten auf der Erde auszuleben, etwas zurückgeblieben ist und daß dieses Zurückgebliebene erscheint in dem nathanischen Jesusknaben. So daß wir von diesem nathanischen Jesusknaben nicht sagen können, es lebe in ihm ein solches Ich wie in anderen Menschen, das sich durch vorhergehende Inkarnationen in einer gewissen Art entwickelt hat. Wir haben auch für diesen nathanischen Jesusknaben — das geht schon hervor aus meiner Darstellung in der «Geheimwissenschaft» — anzuerkennen, daß er vorher nicht als Mensch auf der Erde gewandelt ist. Es fragt sich jetzt nur: War dieses Wesen, das wir jetzt einfach nennen wollen Jesus von Nazareth, vorher in irgendeiner Verbindung mit der Erdenentwickelung? Mit der Erdenentwickelung sind ja nicht nur in Verbindung diejenigen Wesenheiten und Kräfte, die sozusagen auf der Erde sich selber inkarnieren, sondern auch geistige Wesenheiten und Kräfte, welche den höheren Hierarchien angehören. Wenn etwas zurückgeblieben ist in der Substanz gleichsam, die dann sich verteilte auf die einzelnen Menschenseelen und die dann gewissermaßen als der nathanische Jesusknabe geboren wurde, so ist damit nicht gesagt, daß diese Wesenheit nicht vorher schon in irgendeiner Beziehung gestanden habe zur Erdenentwickelung. Nur war sie eben nicht so in Beziehung zur Erden- und Menschheitsentwickelung gekommen, daß sie vorher als Mensch auf der Erde herumgewandelt wäre. Wie haben wir diese Wesenheit in Beziehung zur Erdenentwickelung zu denken? Wenn wir die Entwickelung dieses nathanischen Jesus ins Auge fassen, so müssen wir sie also nicht suchen innerhalb dessen, was uns die physische Erdenentwickelung darbieten kann, sondern wir müssen sie in den geistigen Reichen suchen, in demjenigen, was vorher nicht irdisch war. Und da stellt sich denn für die Beobachtung, von der ich ja oft gesprochen habe, für die hellseherische Beobachtung, das Folgende heraus:
Cite:
GA 149/1913-12-30/p006 · edition original