Kapitel II
Von diesen Wesenheiten kann man außerordentlich leicht irrtümlich denken. Man könnte fragen: Warum haben die göttlichen Geister, die Regenten des Guten, zugelassen, daß solche Wesenheiten zurückgeblieben sind und dadurch das luziferische Prinzip in die Menschheit hereinkommen lassen? - Man könnte auch einwenden, daß die guten Götter alles zum Guten lenken. Diese Frage liegt nahe. Und das andere Mißverständnis, das entstehen könnte, drückt sich in der Meinung aus: Diese Wesenheiten seien eben «böse» Wesenheiten. Beides ist nur ein Mißverständnis. Denn diese Wesenheiten sind durchaus nicht bloß «böse» Wesenheiten, obwohl der Ursprung des Bösen in der Menschenentwickelung bei ihnen gesucht werden muß, sondern sie stehen mitten zwischen den Menschen und den Übermenschen. Sie ragen in gewisser Art an Vollkommenheit über die Menschen hinaus. In allen Fähigkeiten, die sich die Menschen erst erwerben müssen, haben diese Wesenheiten schon eine hohe Stufe erlangt, und sie unterscheiden sich von den früher geschilderten Vorfahren der Menschen dadurch, daß sie - weil sie ihre Menschheit auf dem Monde nicht abgeschlossen haben -, noch fähig sind, während sich der Mensch auf der Erde entwickelt, sich in Menschenleibern zu inkarnieren. Während die eigentlichen dhyanischen oder Engelwesenheiten, welche die großen Inspiratoren der Menschen sind, und auf die sich die Ägypter noch beriefen, nicht in Menschenleibern erscheinen, sondern sich nur offenbaren konnten durch die Menschen, sind die Wesenheiten, die zwischen Menschen und Engeln mitten drinnen stehen, noch in der Vorzeit fähig, sich in menschlichen Leibern zu verkörpern. Daher findet man in der lemurischen und atlantischen Zeit unter den Menschen auf der Erde solche, die in sich tragen als innerste Seelennatur eine zurückgebliebene Engelwesenheit, das heißt: es gehen in der alten lemurischen und atlantischen Zeit unserer Erde nicht nur gewöhnliche Menschen auf der Erde herum, die durch ihre aufeinanderfolgenden Inkarnationen zu dem kommen sollen, was dem Menschheitsideal entspricht, sondern es gehen unter den Menschen früherer Zeiten solche Wesen herum, die äußerlich wie die anderen Menschen aussehen. Sie müssen den menschlichen Leib tragen, denn die äußere Gestalt eines Menschen im Fleisch ist abhängig von den irdischen Verhältnissen. Aber namentlich in den älteren Zeiten befanden sich unter den Menschen solche Wesen, die zu der untersten Kategorie der luziferischen Individualitäten gehörten. Neben den Engelwesenheiten, die auf die menschliche Kultur durch die Menschen wirkten, inkarnierten sich auch solche luziferische Wesenheiten und begründeten an verschiedenen Orten Menschheitskulturen. Und wenn in den Legenden alter Völker geschildert wird, daß da oder dort der eine oder der andere große Mensch lebte, der eine Kultur begründete, so ist eine solche Individualität nicht damit zu kennzeichnen, daß man sagt: Da ist eine luziferische Wesenheit verkörpert, die muß Träger eines Bösen sein; - sondern in der Tat kommt unendlich viel Segensreiches in die menschliche Kultur durch diese Wesenheiten.