Kapitel III

GA 15/l03/p038 · original (original)

Von den Voraussetzungen der abendländischen Esoterik aus kann man die geistige Führung der Menschheit allmählich einfließen sehen in eine solche, die man im echten wahren Sinne die aus dem Christus-Impuls kommende Führung nennen kann. Was als die neuere Esoterik auftritt, wird langsam in die Herzen der Menschen einfließen; und die geistige Führung des Menschen und der Menschheit wird bewußt immer mehr und mehr in solchem Lichte gesehen werden. Man vergegenwärtige sich, wie erst das Christus-Prinzip in die Herzen der Menschen eingeflossen ist dadurch, daß der Christus in dem physischen Leibe des Jesus von Nazareth in Palästina wandelte. Da haben die Menschen, die sich allmählich ganz dem Vertrauen in die sinnliche Welt ergeben hatten, den Impuls empfangen können, der ihrer Auffassung entsprach. Dann hat derselbe Impuls durch die Inspiration der neueren Esoterik so gewirkt, daß inspiriert werden konnten Geister wie Nikolaus Cusanus, Kopernikus, Galilei, so daß zum Beispiel Kopernikus den Satz geltend machen konnte: Der Sinnenschein kann nicht die Wahrheit über die Sonnensysteme lehren; will man die Wahrheit finden, so muß man hinter dem Sinnenschein forschen. - Damals waren die Menschen noch nicht reif, selbst Geister wie Giordano Bruno nicht, sich der neueren esoterischen Strömung bewußt einzugliedern; sie mußten unbewußt in sich wirksam haben den Geist dieser Strömung. Giordano Bruno verkündete großartig und gewaltig: Wenn ein Mensch durch die Geburt ins Dasein tritt, so ist es ein Makrokosmisches, das sich konzentriert als eine Monade, und wenn ein Mensch durch den Tod geht, so dehnt sich die Monade wieder aus; was im Körper zusammengeschlossen war, dehnt sich im Weltall aus, um sich in anderen Daseinsstufen wieder zusammenzuziehen und wieder auszudehnen. Damals sprachen aus Bruno gewaltige Begriffe, die ganz und gar im Sinne der neueren Esoterik, wenn auch wie ein Stammeln, sind.

Read this passage in another edition
DEoriginalENAP1992
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/15/l03/p038.json
Cite: GA 15/l03/p038 · edition original