X. Luziferisches und Ahrimanisches im heutigen Kulturleben

GA 150/1913-01-12/p008 ·1913-01-12 · original (original)
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Sich auskennen im Leben, das gehört zur praktischen Geisteswissenschaft. Der Mensch bildet sich mit dem Verstand sein Bild über die Welt. Was entspringt nun aus dieser Verstandes- und Sinneserkenntnis? Da gibt es ein altes Wort. Es fassen es nicht einmal die dazu berufenen Vertreter. Die Schlange sagt: Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. - Alle Verstandes- und Sinneserkenntnis ist luziferisch, ist sein eigentliches Wahrzeichen. Das Pochen auf die äußere Erfahrung, welche nichts anderes gelten läßt als die Atome, sind phantastische Ideen. Hinter der Maja stehen nicht die Atome, sondern die geistigen, spirituellen Wirklichkeiten. Alle Erscheinungen, die da beschrieben werden, sind nicht Realitäten, die Realitäten sind die geistigen Wesenheiten. Die Monaden existieren nicht, wenn wir sie nicht auffassen in Wirklichkeit als die höheren Hierarchien. Es gibt viele Hierarchien, unter den höchsten sind auch die Gottheiten der Trinität. Die Philosophie spricht nur von einer Einheit. Die Geister sind aber viele, und die Einheit existiert nur in den Seelen der Geister. Wer sich gewöhnt hat, so zu denken, daß er sich in der Gemeinschaft der Geister weiß, der hat die moralischen Gesetze. Ahriman läßt die Menschen im Sumpf der Materie versinken, Luzifer zieht sie ab von der Wahrheit, läßt sie nicht ahnen, daß sie sich in einer Scheinwelt verirren. Die Maja hat eine Berechtigung, wenn sie aufgefaßt wird als Ausdruck der dahinterstehenden Realität.

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