{"corpus":"steiner","locus":"GA 150/1913-06-08/p017","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das geht noch weiter. Betrachten wir das äußere Wesen von Mann und Weib. Wer das ganz oberflächlich macht, wird zu dem Urteil kommen: Die Frau steht näher zur Natur, urteilt mehr unmittelbar aus den Gründen der Natur heraus. Der Mann hat sich mehr von der Natur entfernt, in ihm lebt mehr das selbständige Denken, der selbständige Geist. — Das materialistische Zeitalter, das den Geist sich materialistisch denkt, hat noch andere Gründe für diesen Unterschied beigebracht, wie zum Beispiel das Gewicht des Gehirns. Als man aber das Gehirn gewogen hat von demjenigen, der diese Theorie erdacht hat, stellte es sich heraus, daß er ein ganz besonders kleines Männergehirn gehabt hat! Wenn wir also Natur und Geist so betrachten, dann zeigt schon ein oberflächlicher Anblick, wie wenig das zutrifft. Wer hier auf die Tiefen eingeht, wird wiederum zu einer ganz anderen Art der Betrachtung kommen. Das Äußere der Frau ist in einer gewissen Hinsicht allerdings natürlicher, dafür aber auch wiederum geistiger als das Äußere des Mannes. Die Frauheit auf der heutigen Erde ist deshalb natürlicher, weil sich die geistige Tätigkeit in ihr noch nicht so getrennt hat von ihrem Leiblichen, wie das beim Manne der Fall ist. Daher ist der Mann nicht mit einer größeren Geistigkeit als die Frau zu denken, sondern beim Manne tritt nur das, was destillierter Geist ist, der die Materie neben sich läßt, mehr hervor. Dafür ist. auch für gewisse Partien die männliche Leiblichkeit mehr geistverlassen. Die weibliche Leiblichkeit ist mehr geistdurchdrungen, wie zum Beispiel diejenige des Kindes es ist, die männliche Leiblichkeit im späteren Alter mehr geistverlassen, als es in der Jugend der Fall ist. Aber von mehr Natürlichkeit oder Geistigkeit beim Mann- oder Frausein dürfen wir nicht sprechen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"VI. Natur und Geist im Lichte geisteswissenschaftlicher Erkenntnis","site_heading":null,"date":"1913-06-08","location":null,"word_count":282,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/150/1913-06-08/p017","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/150/1913-06-08/p017"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/150/1913-06-08/p017","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}