VI. Natur und Geist im Lichte geisteswissenschaftlicher Erkenntnis
Es ist in der Welt ein Pendelspiel: Das Wesenhafte schafft sich sein Abbild im Naturaspekt und offenbart sich durch ihn. Der Geist trägt die Natur in seinem Schoße, um sich mit dem, was er in seinem Schoße selber als Natur gebiert, ein Abbild zu machen. Aber das Wesenhafte hat auch wiederum die Macht, alles, was da draußen Natur ist, in den Geist aufzunehmen. Und so kann der Geist über alle Abbilder von sich selbst siegen, um immerwährend in neuen Verwandlungen, neuen Gestaltungen von neuem zu erscheinen. Das bezeugt uns, daß unendlich viele Gestaltungen im Schoße des Wesenhaften ruhen, und daß in immer neuem und neuem Werden der Sinn der Welt sich eigentlich vollzieht. Wenn man einsehen kann die Zusammengehörigkeit, die Un trennbarkeit von Geist und Natur, kommt man zu dem Wesenhaften in der Welt.
Cite:
GA 150/1913-06-08/p024 · edition original