{"corpus":"steiner","locus":"GA 150/1913-12-21/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es wird vielleicht manchem, der zunächst oberflächlich hört von alldem, was über den Christus Jesus durch unsere Geisteswissenschaft erkundet wird, was sich ihr offenbart über den Christus Jesus, es wird manchem vielleicht, der oberflächlich hinschaut, so erscheinen, als ob wir anstelle der früheren Einfachheit und Kindlichkeit des Weihnachtsfestes mit seiner Erinnerung an die schönen Szenen des Matthäusund Lukas-Evangeliums, etwas ungeheuer Kompliziertes setzen würden. Müssen wir doch die Menschenseele darauf aufmerksam machen, daß im Beginn unserer Zeitrechnung zwei Jesusknaben eingetreten sind in die irdische Entwickelung, müssen wir doch davon sprechen, wie das Ich des einen Jesusknaben herüberzog in die Leiber des anderen Jesusknaben, müssen davon sprechen, daß im dreißigsten Jahre des Jesuslebens sich die Christus-Wesenheit herabsenkte und drei Jahre in den Hüllen des Jesus von Nazareth lebte. Es könnte leicht scheinen, als ob all die Liebe, die Innigkeit, die die Menschen durch Jahrhunderte zu ihrem Heil aufzubringen wußten, wenn ihnen vorgeführt wurde das Jesuskind in der Krippe, umgeben von den Hirten, wenn zu ihren Ohren tönte das wunderbar eindringliche Weihnachtslied, wenn die Weihnachtsspiele da und dort gefeiert wurden, wenn die das kindlichste Herz erfreuenden Lichter am Tannenbaum erschienen, es könnte scheinen, daß gegenüber alldem, was so unmittelbar im Schauen das menschliche Herz zur Innigkeit, zur Frommheit, zur Liebe entzündet, als ob demgegenüber erlöschen müßte das warme Gefühl, die warme Empfindung, wenn man erst aufzunehmen hat die komplizierten Ideen von den beiden Jesusknaben, von dem Hinübergehen des einen Ich in die Leiber des anderen, von dem Heruntersenken einer göttlich-geistigen Wesenheit in die Leibeshüllen des Jesus von Nazareth. Doch dürfen wir uns solchen Gedanken nicht hingeben, denn schlimm wäre es, wenn wir nicht auf diesem Gebiet dem Gesetz der Notwendigkeit uns fügen wollten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"VIII. Erdenwinter Und Sonnen-Geistessieg","site_heading":null,"date":"1913-12-21","location":null,"word_count":280,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/150/1913-12-21/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/150/1913-12-21/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/150/1913-12-21/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}