Zweiter Vortrag

GA 151/1914-01-21/p004 ·1914-01-21 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Sie kommen davon her, daß man sich wirklich auch dort, wo es sein sollte, viel zuwenig Mühe gibt, in einer präzisen Art die Verrichtungen des geistigen Lebens handhaben zu lernen. In unserer Zeit will ja jeder wenigstens das Folgende berechtigterweise beanspruchen können, er will sagen können: Denken, nun selbstverständlich, das kann man doch. Also fängt man an zu denken. Da gibt es Weltanschauungen in der Welt. Viele, viele Philosophen haben existiert. Man merkt, der eine hat dies, der andere jenes gesagt. Nun, daß das auch so halbwegs gescheite Leute waren, die auf vieles hätten aufmerksam werden können, was man selber als Widerspruch bei ihnen findet, darüber reflektiert man nicht, darüber denkt man nicht weiter nach. Aber man tut sich um so mehr darauf zugute, daß man doch «denken» kann. Also man kann nachdenken, was die Leute da gedacht haben, und ist überzeugt davon, daß man schon selber das Rechte finden werde. Denn man darf heute nicht auf Autorität etwas geben! Das widerspricht der Würde der Menschennatur. Man muß selber denken. Auf dem Gebiete des Denkens hält man das durchaus so.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/151/1914-01-21/p004.json
Cite: GA 151/1914-01-21/p004 · edition original