{"corpus":"steiner","locus":"GA 151/1914-01-21/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber jene hypothetischen Jakob Böhmes, die so sind wie jener, über den Sie gelacht haben, die existieren heute überall. Da finden wir zum Beispiel Physiker, Chemiker. Sie haben die Gesetze gelernt, nach denen man Stoffe in der Welt verbindet und trennt. Da gibt es Zoologen, die haben gelernt, wie man Tiere untersucht und beschreibt. Da gibt es Mediziner, die haben gelernt, wie man den physischen Menschenleib und das, was sie die Seele nennen, zu behandeln hat. Was tun diese? Sie sagen: Wenn man eine Weltanschauung sich suchen will, so nimmt man die Gesetze, die man in der Chemie, in der Physik oder in der Physiologie gelernt hat - andere daß es nicht geben -, und daraus konstruiert man sich eine Weltanschauung. Genauso machen es diese Menschen, wie es der eben hypothetisch konstruierte Schuhmacher gemacht hätte, wenn er den Weltenstiefel konstruiert hätte. Nur merkt man heute nicht, daß methodisch die Weltanschauungen genau ebenso zustande kommen wie jener hypothetische Weltenstiefel. Es sieht allerdings etwas grotesk aus, wenn man sich den Unterschied von Tag und Nacht durch Abnutzen des Schuhleders und durch Wichsen in der Nacht vorstellt. Aber vor einer wahren Logik ist es im Prinzip genau dasselbe, als wenn man mit den Gesetzen der Chemie, der Physik, der Biologie und Physiologie ein Weltgebäude zustande bringen will. Ganz genau dasselbe Prinzip! Es ist die ungeheure Überhebung des Physikers, des Chemikers, des Physiologen, ‚des Biologen, die nichts anderes sein wollen als Physiker, Chemiker, Physiologen, Biologen und dennoch über die ganze Welt ein Urteil haben wollen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1914-01-21","location":null,"word_count":251,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/151/1914-01-21/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/151/1914-01-21/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/151/1914-01-21/p009","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1914-01-21_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}