Zweiter Vortrag
Alles, was ich auf die Tafel geschrieben habe, sind Weltanschauungen, die für ihre Gebiete ihre Berechtigung haben. Denn es gibt Gebiete, für die der Psychismus erklärend wirkt, es gibt Gebiete, für die der Pneumatismus erklärend wirkt. Will man allerdings so gründlich mit der Welterklärung zu Rate gehen, wie wir es versucht haben, dann muß man zum Spiritualismus kommen, zu der Annahme der Geister der Hierarchien. Dann kann man nicht beim Pneumatismus stehenbleiben; denn beim Pneumatismus stehenbleiben würde in diesem Falle das Folgende heißen. Wenn wir Spiritualisten sind, kann es uns begegnen, daß die Menschen sagen: Warum da so viele Geister? Warum da die Zahl anwenden? Es gibt einen einheitlichen Allgeist! - Wer sich tiefer auf die Sache einläßt, der weiß, daß es mit diesem Einwande ebenso ist, wie wenn jemand sagt: Da sagst du mir, dort wären zweihundert Mücken. Ich sehe aber keine zweihundert Mücken, ich sehe nur einen einzigen Mückenschwarm. — Genau so würde sich der Anhänger des Pneumatismus, des Pantheismus und so weiter gegenüber dem Spiritualisten verhalten. Der Spiritualist sieht die Welt erfüllt mit den Geistern der Hierarchien; der Pantheist sieht nur den einen Schwarm, sieht nur den einheitlichen Allgeist. Aber das beruht nur auf einer Ungenauigkeit des Anschauens. Materialismus
Cite:
GA 151/1914-01-21/p032 · edition original