Vierter Vortrag

GA 151/1914-01-23/p022 ·1914-01-23 · original (original)
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Wir werden aus dem Kosmos heraus gedacht. Der Kosmos denkt uns. Und wie wir in unserer kleinen Alltagsgedankenarbeit kleine Eingravierungen in unser Gehirn machen und dann die Vorstellungen Löwe, Hund, Tisch, Rose, Buch, auf, ab, links, rechts uns zum Bewußtsein kommen als die Spiegelungen dessen, was wir vorher im Gehirn präparieren — das heißt, wie wir dutch die Bearbeitung des Gehirns zuletzt wahrnehmen Löwe, Hund, Tisch, Rose, Buch, auf, ab, schreiben, lesen -, so wirken die Wesen der Weltenhierarchien in der Weise, daß sie die große denkerische Tätigkeit verrichten, die Bedeutsameres in der Welt eingraviert als wir mit unserer alltäglichen Denkertätigkeit. So kommt es denn zustande, daß nicht nur die kleinen winzigen Eingravierungen entstehen, die dann als unsere Gedanken sich einzeln spiegeln, sondern daß wir selbst es sind in unserem ganzen Wesen, was wieder den Wesen der höheren Hierarchien als ihre Gedanken erscheint. Wie unsere kleinen Gehirnptozesse unsere kleinen Gedanken spiegeln, so spiegeln wir, indem in die Welt eingraviert wird, die Gedanken des Kosmos. Indem die Hierarchien des Kosmos denken, denken sie zum Beispiel uns Menschen. Wie von unseren kleinen Gehirnpartikelchen unsere kleinen Gedanken kommen, so kommen von dem, was die Hierarchien machen und wozu wir selber gehören, ihre Gedanken. Wie die Teile in unserem Gehirn für uns die Spiegelungsapparate sind, die wir erst für unsere Gedanken bearbeiten, so sind wir, wir kleine Wesen, dasjenige, was sich für ihre Gedanken die Hierarchien des Kosmos zubereiten. Also in einer gewissen Beziehung können wir sagen: Wir können uns dem Kosmos gegenüber so fühlen, wie sich eine kleine Partie unseres Gehirns gegenüber uns selber fühlen könnte. Sowenig wir aber geistig-seelisch das sind, was unser Gehirn ist, so wenig sind natürlich die Wesenheiten der geistigen Hierarchien «wir». Daher sind wir selbständig gegenüber den Wesenheiten der höheren Hierarchien. Und wir können sagen: In gewisser Weise dienen wir ihnen, damit sie durch uns denken können; wir sind aber zugleich selbständige Wesenheiten, die ihr Eigensein in sich haben, wie sogar in gewisser Weise die Partikel unseres Gehirns ihr Eigenleben haben.

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Cite: GA 151/1914-01-23/p022 · edition original