{"corpus":"steiner","locus":"GA 152/1914-03-05/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die unmittelbar aus hohen Geistesreichen sich im Menschen geltend machende Kraft geht immer mehr verloren. Die Kräfte werden immer schwächer, der Impuls wirkt von 1600 an bis in unsere Zeit herein nur mehr noch aus der Astralwelt, der Seelenwelt. Daher wird die Theologie immer gelehrter, immer abstrakter. An Stelle des kosmischen Gotteswesens, des Christus, setzt sie den «schlichten Mann aus Nazareth». Doch wäre unsere Zeit noch viel weiter im Materialismus vorgeschritten, noch viel stärker vom antichristlichen Moment durchdrungen, hätten sich nicht die aus der Astralwelt hereinwirkenden Kräfte des Christus in besonderer Weise noch geltend gemacht: Im 15. und 16. Jahrhundert tauchten überall merkwürdige Erzählungen auf, die sich durch das ganze europäische Abendland verbreiteten. Es traten an den verschiedensten Orten, in allen Ländern Europas Männer auf, die Füße voller Schwielen, in armseliger Kleidung, langwallenden Haaren, und erzählten, daß sie dabeigewesen waren bei dem Mysterium von Golgatha, den Christus auf der Erde hatten wandeln sehen, aber als er an ihrem Hause vorüberging, hatten sie ihm nicht Ehrfurcht erwiesen, hatten ihn beleidigt. Daher müssen sie seit jener Zeit unaufhörlich umhetziehen, ohne Rast und Ruhe, und erzählen, als Buße, was sie einst erlebt. (Ewiger Jude.) Sie erzählten das alles wie aus der Erinnerung. Sie wurden überall aufgenommen, von Bischöfen und Prälaten empfangen. In ihnen lebte sich ein Einblick in die Akasha-Chronik aus, und diese Menschen konnten nicht anders, als durch ihr ganzes Leben so auftreten und für das Christus-Ereignis zeugen. Ihr übriges Bewußtsein war getrübt, aber durch die Impulse aus der astralen Welt konnten sie zu dieser Schau gelangen. Dadurch wurden die Menschen gerettet vor dem Umsichgreifen des Antichristentums, gerettet vor dem ärgsten Materialismus.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"I. Die drei geistigen Vorstufen des Mysteriums von Golgatha","site_heading":null,"date":"1914-03-05","location":null,"word_count":270,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/152/1914-03-05/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/152/1914-03-05/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/152/1914-03-05/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}