III. Der Fortschritt in der Erkenntnis des Christus Das Fünfte Evangelium

GA 152/1914-05-27/p017 ·1914-05-27 · original (original)
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Man kann wirklich in der Menschheitsentwickelung innerhalb der Jahrhunderte, die dem Mysterium von Golgatha vorangegangen sind, und denjenigen Jahrhunderten, die ihm folgten, ersehen, wie die Gefahr vorhanden war, die das Ich und seine Kraft in Unordnung bringen sollten. Wir sehen, wie beim Aufblühen der Ich-Kraft, die wir beobachten können in der griechischen Philosophie bei Sokrates, Plato, Aristoteles-schon von Thales, Heraklit angefangen -, wir sehen, wie neben dem Aufblühen der Ich-Kraft durch die griechische Philosophie etwas anderes einhergeht; als die Kräfte des menschlichen Gedankens in Thales, Heraklit, in Sokrates, Plato, Aristoteles aufblühen, sehen wir ungefähr von demselben Zeitpunkte an sich über den ganzen damals kultivierten Teil der Erde verbreitend, da und dort sich zeigend, die Kräfte der sogenannten Sibyllen. Diese Sibyllen, die als Parallelerscheinung neben der Entstehung der Philosophie einhergehen, sie stellen dar, wie hereindringen soll das Chaos in die Ich-Kräfte. Wir sehen, wie auf der einen Seite aus dem, was solche Sibyllen verkünden, hervorgehen kann Wahres, Gut-Prophetisches, auf der anderen Seite Mißverständnisse, trügerische, ungeordnete Ich-Kräfte, die aus den Sibyllen sprechen. Wie das Chaotisch-Irdische aus den Sibyllen spricht, das hat in wunderbarer Weise später aus der Tradition heraus Michelangelo dargestellt in der Sixtinischen Kapelle. Bis in die Darstellung der Gebärde hinein ist es zu sehen, wie durch die einzelnen Sibyllen das Ungeordnete der Ich-Kräfte wirkte, die auf die mannigfaltigste Weise zum Ausdruck kommen.

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