III. Der Fortschritt in der Erkenntnis des Christus Das Fünfte Evangelium
In der Zeit zwischen seinem vierundzwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr kam er nun, da er wieder zu Hause war in Nazareth, in Verbindung mit den Essäern, die dort die eine oder andere Kolonie in der betreffenden Gegend hatten. Er wurde nicht eigentlich Essäer, aber durch sein tiefes Seelenleben, durch den zwiefachen großen Schmerz, der sich in seiner Seele abgelagert und in Liebe verwandelt hatte, nahmen ihn die Essäer auf und sprachen mit ihm oftmals über ihre tiefsten Geheimnisse, über die sie sonst nur zu ihresgleichen, zu Eingeweihten gesprochen hatten. Nur zu ihm sprachen sie über ihre tiefsten Geheimnisse. Und er lernte in den Essäern Menschen kennen, welche in damaliger Zeit durch eine besondere innere Entwickelung wiederum hinaufzusteigen trachteten zu dem, wovon sich die Menschheit nach abwärts entwickelt hatte. Begierig nahm er auf das, was er über die menschliche Entwickelung eines solchen Aufstieges von den Essäern erfahren konnte. Eines Tages aber, als er das Haus der Essäer verließ und durch das Tor ging, hatte er eine besonders bemerkenswerte Vision: Zu beiden Seiten des Tores sah er zwei Gestalten, von denen er später, durch seine späteren Erlebnisse, wußte, daß es Luzifer und Ahriman waren. Die flohen von den Toren der Essäer hinweg in die übrige Welt hinaus. Und er war nun durch dasjenige, was er in seiner eigenen inneren Entwickelung durchgemacht hatte, so weit, daß er sozusagen lesen konnte in der okkulten Schrift die Bedeutung dieses Hinwegfliehens Luzifers und Ahrimans von den Toren der Essäer. Er wußte nun: Ja, möglich ist es auch in dieser Gegenwart, daß einzelne
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GA 152/1914-05-27/p027 · edition original