III. Der Fortschritt in der Erkenntnis des Christus Das Fünfte Evangelium
Blicken wir zurück auf das, was einer früheren Menschheit über den Christus Jesus gegeben war, zum Beispiel in den vier Evangelien. Im okkulten Standpunkt sind wir uns klar darüber, daß diejenigen, die die Evangelien geschrieben haben, sie nach den Inspirationen alter Mysterien, aus einem atavistischen Hellsehen heraus geschrieben haben. Ich habe darauf hingewiesen in meinem Buche «Das Christentum als mystische Tatsache». Der erste, welcher eine Impression hatte von der kosmischen Bedeutung des Christus, war Paulus; Paulus, der wahrnehmen konnte, wie hereingeströmt war die Kraft der Christus-Wesenheit in die Erdenaura. Dasjenige, was dem Paulus für einen bestimmten Punkt der Christus-Erkenntnis aufgegangen war, das kann, wenn wir den Okkultismus unserer Tage vertiefen, für weitere Felder der Christus-Erkenntnis dem Menschen aufgehen. Denn indem das Schauen des Paulus ausgedehnt wird von dem Mysterium von Golgatha auf seine drei Vorstufen, indem es ausgedehnt wird von dem, was bei Paulus fast nur die Wahrnehmung ist des Jesus von Nazareth, auf das Leben des Christus Jesus, dann wird gewissermaßen die Paulinische Methode von einem einzigen Zentrum aus über die ganze große Erscheinung des Christus Jesus-Lebens verbreitet. Indem wir auf diese Weise heute dutch eine hingebungsvolle okkulte Forschung in die Lage kommen können, die Paulinische Methode gleichsam allgemein zu machen für die Christus-Erkenntnis, hat sich ein wirklicher Fortschritt in der Erkenntnis des Christus vollzogen.
Cite:
GA 152/1914-05-27/p034 · edition original