Die vier Christus-Opfer

GA 152/1914-06-01/p006 ·1914-06-01 · original (original)
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In bezug auf unser sittliches Leben, unser Weltverständnis und in bezug auf dasjenige, was innerhalb unserer Bewußtseinsseele sich abspielt, müssen wir erst selbstlos werden. Das ist eine Aufgabe der jetzigen Kultur gegen die Zukunft hin. Die Menschheit muß immer selbstloser und selbstloser werden, darin liegt die Zukunft der richtigen sittlichen Lebenstaten, die Zukunft aller Liebestaten, die durch die Erdenmenschheit geschehen können. Unser bewußtes Leben ist auf dem Wege zur Selbstlosigkeit oder muß auf dem Wege zur Selbstlosigkeit sein. In einer gewissen Beziehung aber gibt es in uns schon wesenhaft Selbstloses. Und es wäre das größte Unglück des Erdenmenschen, wenn er mit Bezug auf gewisse Teile seines Wesens so selbstsüchtig sein müßte, wie er es in vieler Beziehung heute noch sein muß in bezug auf sein moralisches, intellektuelles und gefühlsmäßiges Leben. Wenn die Selbstsucht zum Beispiel in demselben Grad unsere Sinne ergreifen würde oder ergreifen könnte, wie sie unsere Moral ergreift, so wäre dies das größte Unglück für den Erdenmenschen. Denn unsere Sinne wirken an unserem Leibe so, daß in dieser Sinneswirkung sich Selbstlosigkeit ausspricht.

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Cite: GA 152/1914-06-01/p006 · edition original