Die vier Christus-Opfer

GA 152/1914-06-01/p009 ·1914-06-01 · original (original)
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Lernen wird der Mensch allmählich das tiefe, bedeutsame religiöse Gefühl entwickeln, wenn er hinschaut auf die Herrlichkeit der Natur, wenn er hinaufschaut zum Sternenhimmel, auf alles dasjenige, was das Sonnenlicht bescheint, was im tierischen, im mineralischen, im pflanzlichen Reich um uns herum ist, sagen lernen wird der Mensch: Daß ich so die Welt um mich herum schauen kann, daß ich so hineingestellt bin in diese Welt, daß meine Sinne nicht Quellen von Schmerzen sind, sondern das Werkzeug der Wahrnehmung der Herrlichkeit der Welt, das verdanke ich dem ersten Opfer, das von seiten des Christus als Vorbereitung vorangegangen ist dem Mysterium von Golgatha. Und vor uns erblicken wir perspektivisch eine Zeit, in der die Naturbetrachtung, der Naturgenuß durchchristet sein wird, wo die Menschen fühlen werden, sich sagen werden, wenn sie hinausgehen und sich erlaben an dem herrlichen Frühling, an den Schönheiten des Sommers oder an sonstigen Hertlichkeiten der Natur: Indem wir das alles aufnehmen können, was Herrliches die Natur um uns ausbreitet, müssen wir uns bewußt sein: Nicht wir, der Christus in unseren Sinnen Ist es, der uns geeignet macht, also die herrliche Natur zu empfinden.

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Cite: GA 152/1914-06-01/p009 · edition original