{"corpus":"steiner","locus":"GA 152/1914-06-01/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nehmen wir jetzt nicht dasjenige, was der Mensch ißt, nehmen wir die Luft, die uns umgibt. Alles was in der Luft auftritt, hat Beziehung zu unseren Organen. Wenn das in Erfüllung gegangen wäre, was Ahriman und Luzifer gewollt haben, wenn der Mensch nur so auf sich angewiesen wäre, so würde er gejagt werden durch die Welt zwischen tierischster Begierde nach dem, was dem einen oder andern Organ zuträglich ist, und furchtbarem Ekel vor dem, was dem einen oder andern Organ schädlich ist. Stellen wir uns vor, wenn wir so hineingestellt wären in die Welt, mit solchen Leibesorganen, daß wir im höchsten Maße ein Spielball wären für jedes angenehme Aroma, dem wir, wennschon es eine Stunde entfernt ist, nachlaufen würden, oder ein Ekelgefühl nötigte uns schon von weither, daß wir entflöhen. Wenn wir so wie ein Kautschukball hin- und hergeworfen würden, denken Sie sich, wie könnten wir uns da entwickeln in der Welt? Daß das nicht so kam, daß unsere Lebensorgane abgedämpft worden sind, daß sie harmonisiert worden sind, ist die Folge davon, daß sich in der Zeit, in der der Mensch die erste atlantische Entwickelung durchmachte, in überirdischen Sphären die zweite Vorstufe des Mysteriums von Golgatha ereignete. Wieder verseelte sich die Christus-Wesenheit in einer Erzengelwesenheit, und das, was dadurch bewirkt wurde, das strahlte in die Erdenatmosphäre herunter. Da entstand jene Harmonisierung, jene Abdämpfung der Lebensorgane, die die Organe im Menschen selbstlos macht. In unserem Zusammensein mit der Außenwelt würden wir fortwährend die Ursache haben von den schlimmsten Erkrankungen, wir könnten gar nicht gesund sein, wenn nicht dieses zweite Christus-Ereignis eingetreten wäre. Und wiederum wird sich — das tritt uns als eine Perspektive für die Zukunft entgegen - die Menschheit, wenn sie sich wird durchdringen können mit einem wirklichen Verständnis von der geistigen Welt, ein Dankbarkeitsgefühl aneignen gegenüber den geistigen Wesenheiten, von denen der Mensch abhängt. Es wird sich die Menschheit erfüllen mit jenem wahren Frommsein, durch das sie sagen wird: Ich empfinde es, daß ich ein physischer Mensch mit der Selbstlosigkeit der Organe nur sein kann dadurch, daß nicht ich allein in der Welt mich entwickelt habe, sondern der Christus in mir, der mir meine Organe so gestaltet hat, daß ich Mensch sein kann! - So lernen wir immer mehr und mehr, daß wir im Grunde genommen alles dasjenige, was uns zum Menschen macht, im allerumfassendsten Sinne so auffassen müssen, daß wir sagen: Nicht ich, der Christus in mir. -Der Christus hat gesorgt für die ganze Menschheitsentwickelung in den drei Vorstufen des Mysteriums von Golgatha, die er verrichtet hat vor dem eigentlichen Mysterium von Golgatha.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die vier Christus-Opfer","site_heading":null,"date":"1914-06-01","location":null,"word_count":425,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/152/1914-06-01/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/152/1914-06-01/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/152/1914-06-01/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}