Die vier Christus-Opfer

GA 152/1914-06-01/p015 ·1914-06-01 · original (original)
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Die Menschheit hat sich eine Erinnerung erhalten daran, wie die menschliche Leidenschaft und das menschliche Denken harmonisiert worden sind durch die Kräfte, die damals herunterwirkten aus den überirdischen Welten. Und dieses Erinnerungszeichen ist vorhanden, wird nur nicht in richtiger Weise verstanden. St. Georg, der den Drachen besiegt, oder Michael, der den Drachen besiegt, ist das Zeichen, das gebildet worden ist für das dritte Christus-Ereignis, da in Erzengelgestalt sich verseelt hat der Christus. Und der Drache, den er zertritt, ist derjenige, der in Unordnung gebracht hat das menschliche Denken, Fühlen und Wollen. Alle, die auf St. Georg mit dem Drachen oder auf Michael mit dem Drachen oder auf ähnliche Angelegenheiten hinblicken, sprechen in Wahrheit von dem dritten Christus-Ereignis. Und die Griechen, welche in ihrer wunderbaren Mythologie etwas geschaffen haben wie Nachbilder desjenigen, was sich am Ende der atlantischen Zeit in der geistigen Welt zugetragen hat, verehrten den Sonnengeist als den Harmonisator von Denken, Fühlen und Wollen in den Menschen. Du Sonnengeist — so sagten sich diejenigen Menschen in Griechenland, die etwas davon gewußt haben -, du hast dich in ätherischer Geistgestalt - denn so ist die Gestalt derer, die wir heute Archangeloi nennen — verseelt. Da hast du dasjenige, was sonst wild und unbeherrscht in der menschlichen Seele als Denken, Fühlen und Wollen durcheinanderrasen würde, zur Harmonie entfaltet auf deiner wunderbaren Leier, auf der du die Töne der menschlichen Seele harmonisch erklingen läßt! - Da wurde der Sonnengeist der Schutzgeist der im Menschen wild stürmenden Leidenschaften, wenn sie, wie es geschehen konnte, auflebten in den wilden Dämpfen, die aus dem Innern der Erde aufsteigen, die durch die Erde brechen. Und wenn nun ein Mensch sich ihnen aussetzen würde und nur diese Dämpfe auf sich wirken ließe, er würde wild durcheinanderrasen haben in sich Denken, Fühlen und Wollen. So setzte der Grieche die Pythia über solche, die Leidenschaften von der Erde aus durch Luzifer und Ahriman in Unordnung bringenden Dämpfe, aber Apollo überleuchtete die Pythia, besiegte die Wildheit der Leidenschaften - und sie wurde zur Weissagerin. In dem Sonnengeist des Apollo empfand der Grieche den Christus des dritten Christus-Ereignisses. Und in dem Verhältnis dazu der die Leidenschaften beherrschenden Stimmung der Pythia, in diesem Schutz, den der Gott Apollo der Pythia angedeihen ließ, in ihm sah der Grieche die Wirkung des dritten Christus-Opfers: die Harmonisierung der in Unordnung kommenden menschlichen Leidenschaften durch das dritte Christus-Ereignis. Der Sonnengeist Apoll aber ist im Grunde genommen dasselbe für die Griechen, was im Bild dargestellt wurde als Michael oder St.Georg, der den Drachen besiegt.

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Cite: GA 152/1914-06-01/p015 · edition original