Die vier Christus-Opfer
Michelangelo hat es gemalt. Sehen Sie sich die Bilder an, die Michelangelo gemalt hat. Er hat das gemalt, was dem Menschen gedroht hat. Es trat hervor in den Sibyllen. Wunderbar hat er es gemalt, wie sie denjenigen Menschentypus darstellen, der sein Ich in Unordnung kommen fühlt, so daß, wenn dieses Ich in Unordnung kommt, alle möglichen wunderbaren Weisheiten hervorkommen können, aber so, daß der Mensch sie nicht dirigieren kann. Sehen Sie sich an, wie Michelangelo sie gemalt hat. Sie stellen dar die verschiedenen Stufen des durch Unordnung des Ich an die Elementarwesen Hingegebenen. Auf der andern Seite aber kommt auch anderes auf. In denselben Raum hat er hineingemalt die sinnenden Gestalten des Prophetismus, denen man es ansieht, daß sie dasjenige aufleuchten lassen, was die Ordnung des Ich gegenüber dem Kosmos erhält. Es ergreift uns wunderbar, wenn wir den Drang nach dem Ich sehen in den Propheten, und auf der andern Seite die menschlichen Wesen sehen, die durch das Ich selber in Unordnung gekommen sind, und dann den Christus selber in diesem Raume sehen, den Christus, der sich in einem menschlichen Leibe verleiblicht, und der das Ich, das in die Welt kommen sollte, in Ordnung zu bringen hat.
Cite:
GA 152/1914-06-01/p020 · edition original