{"corpus":"steiner","locus":"GA 152/1914-06-01/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nur eines sei noch angeführt. Sie wissen, daß wir seit dem Jahre 1909 in München unsere Mysteriendramen aufgeführt haben. Man mag das, was wir zur Darstellung auf der Mysterienbühne gebracht haben, gut oder schlecht finden, darum kann es sich jetzt nicht handeln. Aber dasjenige, was getan worden ist, brauchte eine gewisse Kraft, eine Kraft, welche an den Menschen nicht so ohne weiteres herankommt dadurch, daß er Mensch auf Erden ist. Sehen Sie, wenn wir jetzt in Dornach arbeiten können, wenn wit unsere verschiedenen Arten von Harthölzern verarbeiten wollen, brauchen wir Muskelkraft. Wir können nicht sagen, daß wir diese Muskelkraft uns bewußt geben können. Sie kommt von unserem Leibe, von dem, was wir in der Seele können. Wir haben sie nicht in der Hand. Auch das haben wir nicht alles in der Hand, was wit im Geistigen verrichten und wozu wir spirituelle Kraft brauchen. Das hängt nicht allein ab von unsern Talenten als Mensch, so wie es nicht von unsern Talenten abhängt, ob wir etwas tun können, sondern auch von der Muskelkraft unseres Leibes. So brauchen wir spirituelle Kräfte, die ebenso außer uns sind wie die Muskelkräfte außer unserer Seele sind. Ich weiß, daß Flachlinge kommen und sagen können: Du bist ein Tor, du glaubst, daß dir spirituelle Kräfte von außen kommen, während sie nur aufsteigen aus dem eigenen Innern. —- Mögen sie mich für einen Toren halten. Ich finde sie gerade von der Gescheitheit der Menschen, die nicht den Hunger von einem Stück Brot unterscheiden können. Ich weiß, wie spirituelle Kräfte von außen in den Menschen einfließen. So wie man, nur wenn man verrückt ist, glauben kann, daß der Hunger selber das Brot erzeugt, das ihn stillt, so wenig wie das der Fall ist, so wenig erzeugt die Kraft unserer Seele diejenigen Kräfte, die wir zum spirituellen Wirken brauchen: sie müssen in uns hereinfließen, müssen uns zufließen. Und ebenso wie wir ganz genau wissen, daß der Hunger in uns ist und das Brot von außen kommt, wenn wir nicht verrückt sind, ebenso weiß derjenige, der in geistigen Welten lebt, was in ihm ist und was von außen kommt. Und ich für meine Person fühlte seit dem Jahre 1909 immer mehr und mehr, wenn es sich darum handelte, in aller Stille und Ruhe dasjenige zu entwickeln, was für die Mysterienspiele notwendig war, ich fühlte die spirituelle Kraft, die von außen kam. Ich wußte ruhen das geistige Auge einer spirituellen Wesenheit auf demjenigen, was getan worden ist. Und ich spreche es aus als ein unmittelbares Erlebnis.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die vier Christus-Opfer","site_heading":null,"date":"1914-06-01","location":null,"word_count":414,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/152/1914-06-01/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/152/1914-06-01/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/152/1914-06-01/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}