{"corpus":"steiner","locus":"GA 153/1914-04-08/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das ist die Zeit, in der jeder Mensch zurückblicken kann auf seine früheren Erdenleben, die Zeit, wo wirklich zwischen dem Tod und einer neuen Geburt dem Menschen vor Augen stehen — vor dem geistigen Auge stehen - all die Taten seiner früheren Leben, und in ihm erwacht die Tendenz, in einem neuen Erdenleben solche Ausgleiche zu schaffen, daß die neuen Erdenerlebnisse ausleben und gutmachen, was in früheren Erdenleben erlebt worden ist. Ich habe schon Menschen kennengelernt, die sagten, sie haben mit dem einen Leben genug; sogar einen Menschen, der nahe daran war, etwas Vernünftiges an diesen wiederholten Erdenleben zu finden -, dann hat er mir aber von der nächsten Eisenbahnstation aus eine Karte geschrieben, daß er doch nichts wissen wolle von einem nächsten Erdenleben. Aber darauf kommt es nicht an, daß wir uns von diesen wiederholten Erdenleben eine Vorstellung bilden können, sondern darauf, daß jede Seele in der Lage, die jetzt beschrieben worden ist, auf ihre früheren Erdenleben zurückblickt und zugleich die Tendenz in sich aufnimmt, ein neues Erdenleben zu erleben, das Ausgleich ist für die früheren Erdenleben. Und man erlebt weiter, daß es Menschen gibt, denen man manches schuldig geworden ist, oder die einem etwas schuldig wurden: das tritt vor die Seele hin als Ergänzung zum eigenen Erdenleben. Und die Tendenz tritt auf, wiederum mit den Menschen zusammenzuleben, denen man etwas schuldig geworden ist, um auszugleichen, was man schuldig geworden ist. Und in anderen Menschen tritt die gleiche Tendenz auf. Dadurch treten Kräfte auf in verschiedenen Menschen, die früher zu gleicher Zeit gelebt haben; da werden geistige Kräfte erregt, welche zur Erde hinunter tendieren. Dadurch kommt es, daß in dem neuen Erdenleben solche Menschen zusammenkommen, die früher beisammen gewesen waren. Es muß sich ausgleichen, was sich diese Seelen schuldig geblieben sind. Wie gesagt, die Tendenzen treten da zusammen. Und dann erlebt man immer weiter und weiter dieses geistige Leben zwischen Tod und neuer Geburt: immer mehr und mehr prägen sich ein, kraften sich ein die Tendenzen, von denen gesprochen wotden ist. Sie werden lebendige Tendenzen. Und der Mensch schafft sich aus dem, was er also erfahren hat über frühere Erdenleben, das Urbild, das geistige Urbild des neuen Erdenlebens.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"II. Was hat die Geisteswissenschaft über Leben, Tod und Unsterblichkeit der Menschenseele zu sagen?","site_heading":null,"date":"1914-04-08","location":null,"word_count":359,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/153/1914-04-08/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/153/1914-04-08/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/153/1914-04-08/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}