Fünfter Vortrag
So leben wir in die Zeit hinein, die man die erste Hälfte des Lebens zwischen dem Tod und einer neuen Geburt nennen kann. Indem wir in diese Zeit hineinleben, machen wir die zwei Zustände durch, von denen ich auch im öffentlichen Vortrag gesprochen habe, eine Zeit, die eben nach Jahren dauert, in der wir so, wie es geschildert worden ist, durch die Ausstrahlung unserer Seelenleuchtekraft mit der geistigen Welt zusammenhängen, in der wir also das schauen, was an Geistern und Seelen um uns herum ist. Das dämmert dann ab, wir fühlen: Du kannst jetzt immer weniger deine Seelenleuchtekraft entwickeln, du mußt es dämmeriger und immer finsterer werden lassen im geistigen Sinn. Dadurch siehst du immer weniger die geistigen Wesenheiten. Das wird immer mehr und mehr so, daß man abwechselt mit einer Zeit, in der man sich sagt: Da, um dich sind die Wesenheiten, aber du wirst immer einsamer, du hast nur deinen eigenen Seeleninhalt, und dieser Seeleninhalt wird in dem Maße reicher, in dem man aufhört, da draußen die Wesen beleuchten zu können. Es gibt Zeiten der geistigen Geselligkeit und Zeiten der geistigen Einsamkeit, in der ein Nacherleben dessen ist, was man in den Zeiten der geistigen Geselligkeiten erlebt hat, aber alles dann in der Seele: das schwingt ab und wechselt ab. So leben wir uns hinein in die geistige Welt: geistige Geselligkeit - geistige Einsamkeit. In den Zeiten geistiger Einsamkeit, da wissen wir: Was du sonst in der geistigen Welt rings um dich herum erlebt hast, das war ja alles da, von all dem weißt du, aber jetzt sind nur die Nachklänge davon in deinem Inneren. Man könnte sagen: Erinnerungen sind es in den Zeiten geistiger Einsamkeit. Allein, wenn man solche Worte gebraucht, trifft man die Sache nicht richtig. Ich will daher versuchen, es Ihnen noch von einer anderen Seite her zu schildern.
Cite:
GA 153/1914-04-13/p024 · edition original