Sechster Vortrag
Wer sich im Sinne des gestrigen Vortrags immer mehr und mehr mit den Erkenntnissen der Geisteswissenschaft durchdtingt, bei dem wird diese Geisteswissenschaft in das instinktive Leben seiner Seele übergehen, und er wird gewissermaßen wie die Regung eines inneren Gewissens auch gegenüber den Genüssen, gegenüber den Befriedigungen, die er auf dem physischen Plane hat, die Stimmung entwickeln: Du darfst nicht nur um deiner selbst willen irgendeinen Genuß, eine Freude, eine Lust hinnehmen -, sondern er wird diese Lust durchdringen mit einer Art von Dankbarkeitsgefühl gegenüber dem Weltenall, gegenüber den geistigen Mächten des Weltenalls. Denn er wird wissen, daß er durch jeden Genuß, durch jede Befriedigung ein Schuldner des Weltenalls wird. Am leichtesten und sichersten kommen wir zurecht mit der Umwandlung derjenigen Genüsse und Freuden, welche geistiger Art sind, Solche Genüsse und Lüste, welche nur befriedigt werden können durch die leiblichen Werkzeuge oder überhaupt nur dadurch, daß der Mensch auf dem physischen Plan einen Leib an sich trägt, stehen zwar auch in der angedeuteten Zeit zwischen dem 'Tod und einer neuen Geburt als etwas vor uns, was umgewandelt werden muß, wenn wir nicht nach und nach gewissermaßen darin “ ersticken wollen. Wir fühlen die Notwendigkeit der Umwandlung, aber wir fühlen auch das eine, daß viele Inkarnationen notwendig sein werden, damit wir zwischen diesen Inkarnationen immer wieder in der geistigen Weltsind und endlich die Umwandlung bewirken können.
Cite:
GA 153/1914-04-14_02/p006 · edition original