{"corpus":"steiner","locus":"GA 153/1914-04-14_02/p010","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nehmen wir also noch einmal an, wir hätten einen Menschen angelogen. Jetzt ist die Zeit, wo die Möglichkeit in der geistigen Welt geboten ist, daß wir durch die unserer Lüge entgegengesetzte Wahrheit gequält werden. Aber dadurch werden wir gequält, daß sich die Beziehung zu dem Menschen, den wir angelogen haben, in der jetzt geschilderten Zeit so verändert, so oft wir den Menschen erblicken — und wir werden ihn genügend oft mit dem geistigen Auge erblicken -, daß er die Ursache wird, daß die der vollbrachten Lüge entgegengesetzte Wahrheit, die uns quält, in uns aufsteigt. Dadurch taucht aus unseren Tiefen die Tendenz herauf: Diesem Menschen mußt du unten auf der Erde wieder begegnen, und du mußt etwas tun, was das Unrecht ausgleicht, das du durch die vollzogene Lüge begangen hast. Denn hier in der geistigen Welt kann das nicht ausgeglichen werden, was durch deine Lüge geschaffen worden ist, da im Kosmos kannst du nur völlige Klarheit gewinnen über die Wirkung einer Lüge. Was auf Erden geschaffen worden ist von dieser Art, das muß auch wiederum auf der Erde ausgeglichen werden. Man weiß, man braucht zum Ausgleich Kräfte in sich selber, die einem nur werden können, wenn man wiederum einen Erdenleib bezieht. Dadurch entsteht in unserer Seele die Tendenz: Du mußt einen Erdenleib beziehen, der die Möglichkeit bietet, eine solche Tat zu vollbringen, wodurch die Unvollkommenheiten ausgeglichen werden, die du auf Erden verursacht hast, sonst wird, wenn du durch den nächsten Tod gegangen bist, dieser Mensch wiederum dir erscheinen und die Qual der Wahrheit hervorrufen. Sie sehen die ganze geistige Technik, wie in der geistigen Welt der Trieb in uns geschaffen wird, einen karmischen Ausgleich für das oder jenes zu schaffen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Sechster Vortrag","site_heading":null,"date":"1914-04-14","location":null,"word_count":279,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/153/1914-04-14_02/p010","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/153/1914-04-14_02/p010"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/153/1914-04-14_02/p010","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 153/1914-04-14","note":"Another lecture given on the same date as 1914-04-14; the suffix only separates two lectures of one day."}}