{"corpus":"steiner","locus":"GA 154/1914-05-05/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir wissen ja aus unseren geisteswissenschaftlichen Studien, daß der Mensch mit den zwei Gliedern seiner Wesenheit, dem Ich und dem Astralleib, aus dem physischen und dem Ätherleib heraus ist, wenn der Mensch schläft. Wir können die Frage aufwerfen: Ja, wo sind denn Ich und Astralleib während des Schlafes? — Zunächst können wir antworten: Nun, in der geistigen Welt. — Ja, in dieser geistigen Welt sind wir ja aber eigentlich immer. Wir sind in der geistigen Welt wirklich immer drinnen, weil ja diese geistige Welt nicht irgendwo abgesondert ist von der äußeren Welt; sondern wie uns physisch die Luft überall umgibt, so umgibt uns geistig die geistige Welt. Wir sind also auch im wachenden Zustand in der geistigen Welt immerfort drinnen. Aber wir sind im Schlaf anders in dieser geistigen Welt, als wir im Wachzustand darin sind. Nun genügt es ja gewissermaßen, ich möchte sagen für die gewöhnlichsten nächsten Bedürfnisse der Geisteswissenschaft, die Sache so zu sagen: Man ist mit seinem Ich und Astralleib außerhalb des physischen und Ätherleibes im Schlaf. Aber man sagt, indem man dieses ausspricht, doch im Grunde genommen nur die halbe Wahrheit. Die halbe Wahrheit sagt man ja, aber man sagt eben nur die halbe Wahrheit. Es ist so im Grunde genommen, als wenn man sagte: In der Nacht ist die Sonne außerhalb der Erde. - Nur für diejenigen Bewohner, nicht wahr, die in Europa leben, ist in der Tat die Sonne außerhalb ihrer Erde während der Nachtzeit. Aber wir wissen: nicht für alle Bewohner der Erde ist es so. Im Grunde genommen ist es so mit unserer Wesenheit, insofern wir ein Ich und ein Astralleib sind, im Schlaf. Wirklich außerhalb, man möchte sagen, völlig außerhalb unseres physischen und Ätherleibes sind wir mit unserem Ich und Astralleib erst nach dem Tode. Während des Schlafes sind wir, streng genommen, mit unserem Ich und Astralleib außerhalb unseres Blutes und unseres Nervensystems. Aber wenn gleichsam die Sonne unseres Wesens, unser Ich und Astralleib, untergehen für unser Blut und unser Nervensystem, die sie während des Tages durchdringen, so gehen sie auf für die andere Hälfte des Menschen, für die Organe, die nicht Blut und Nervensystem sind. Mit denen steht der Mensch während des Schlafes in einer innigen Verbindung. Wirklich, wie unsere Sonne, die uns während des Tages scheint, wenn sie für uns untergeht, für andere Erdbewohner aufgeht, so ist es mit Ich und Astralleib. Wenn sie untergehen für unser Blut und Nervensystem, so gehen sie auf für die anderen Organe und sind mit diesen dann um so energischer verbunden. Nun sind diese anderen Organe, mit denen nun während der schlafenden Zeit unser Ich und Astralleib verbunden sind, in der Tat diejenigen, welche geradeso wie alles, was in der Welt existiert, aus der Geistigkeit heraus aufgebaut sind. Und nun liegt für unsere Schlafenszeit das Merkwürdige vor, daß wir von unserem Ich und Astralleib aus stark beeinflussen diese außerhalb unseres Nervensystems und unseres Blutes gelegenen Organe unseres Leibes. Während wir bei tagwachender Zeit von unserem Ich und Astralleib aus stark unser Nervensystem und unser Blut beeinflussen, beeinflussen wir unsere anderen Organe und auch das an unseren anderen Organen, was nicht gewissermaßen von Blut und Nerven selber ausgeht, sondern was von unseren Nerven in das Blut hineinspielt, beeinflussen wir dies alles von unserem Ich und Astralleib aus besonders stark im Schlaf.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Erweckung spiritueller Gedanken als Zeitforderung","site_heading":null,"date":"1914-05-05","location":null,"word_count":547,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/154/1914-05-05/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/154/1914-05-05/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/154/1914-05-05/p006"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}