Die Erweckung spiritueller Gedanken als Zeitforderung

GA 154/1914-05-05/p012 ·1914-05-05 · original (original)
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Aber wir können auch in ganz andere Gebiete unsere geistigen Augen hinrichten. Immer mehr und mehr wird uns auffallen, wie dieses Leben zusammenhängt mit dem geistigen Leben. Da brauchen wir als Menschen die andere, gleichsam unter dem Menschen stehende Natur, von der wir uns ernähren, aus der wir also unsere Nahrung ziehen. Dasjenige, wovon zunächst eine Zeitlang nach dem Tode die Toten ihre Nahrung ziehen, das sind die Vorstellungen, die Empfindungen, die unbewußten Empfindungen und Gefühle, die die Menschen hier auf Erden in den Schlaf hinübertragen. Für die Toten ist es ein gewaltiger Unterschied, ob irgendwo, sagen wir, eine Schar von Menschen schläft, die sich nur anfüllen während ihres Wachlebens mit lauter materialistischen Empfindungen und Vorstellungen und diese in den Schlaf hinübertragen und im Einschlafen durchdrungen sind von den Nachwirkungen dieser Materialismen, oder ob irgendwo schläft eine Schar von Menschen, die während des Wachens sich ganz und gar durchdrang mit geistigen Vorstellungen und die auch während des Schlafes noch von solchen durchdrungen ist. Wie eine öde Oberfläche, die nichts von Nahrungsmitteln enthält und auf welcher die Menschen verhungern müßten, sich verhält zu einer fruchtbaren Gegend, die den Menschen Nahrung bietet, so verhält sich für diejenigen, welche durch den Tod gegangen sind, eine Schar von Menschen, die mit materialistischer Gesinnung schläft, zu einer Schar von Menschen, die mit geistigen Vorstellungen schläft. Denn aus dem Erfülltsein der Seelen, die hier auf Erden schlafen, mit geistigen Vorstellungen, ziehen die Toten zunächst viele Jahre nach dem Tode Lebenskraft, die ähnlich ist, nur geistig, nur ins Geistige versetzt, dem, was wir als physische Menschen aus den uns Nahrung gebenden Wesenheiten der unter uns stehenden Naturreichen ziehen. Im buchstäblichen Sinne machen wir uns zum fruchtbaren Acker für die Toten, wenn wir uns erfüllen mit den Vorstellungen, die uns von der Geisteswissenschaft kommen. Und wir machen uns zum öden Felde, durch das wir die Toten aushungern, wenn wir uns zu Schläfern mit materialistischen Vorstellungen und Gesinnungen machen.

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Cite: GA 154/1914-05-05/p012 · edition original