Die Erweckung spiritueller Gedanken als Zeitforderung
Oh, diese äußere Welt! Auf welchem Wege ist sie heute! Ich habe einiges schon letzthin im Vortrag, den ich öffentlich halten durfte, angedeutet. Hier kann man noch genauer darüber sprechen. Gewiß, man muß sie bewundern, diese materielle Kultur und alles dasjenige, wozu Technik, Industrie und so weiter es gebracht haben. Unendliche Geisteskraft ist hineingeflossen in dieses materielle Leben, und es beansprucht viele menschliche Geisteskräfte. Aber diese menschlichen Geisteskräfte, wern dienen sie denn? Sofern sie die materiellen Bedürfnisse der modernen Menschheit befriedigen, dienen sie dem Ahriman. Was der Christus Jesus einmal durchlebt hat — die Versuchung durch Ahriman —, wahrhaftig, die gewöhnlichen Menschenseelen, sie können nicht auf einmal diese Erschütterung durchleben. Es muß sich für die Menschen verteilen diese Versuchung. Aber es gehört zu dieser Verteilung der Versuchung, daß der Mensch zugerufen erhält von Ahriman: Ja, denke nur mit der Kraft deiner Wissenschaft, mit alldem, was du herausfinden kannst durch die auf Technik, Industrie und so weiter angewandte Wissenschaft. Denke nur mit alldem, und wende das auf nichts anderes an als auf das äußere Erdenleben. Mir kann es schon recht sein. Wenn du mich nicht siehst, finde ich es allerdings — so meint Ahriman — angemessen meinen Zwecken. Verachte nur Vernunft und Wissenschaft, des Menschen allerhöchste Kraft: da habe ich dich schon unbedingt, wenigstens so lange du mich nicht siehst. Da flöße ich dir ein den 'Trieb, Vernunft und Wissenschaft nur für irdische Dinge zu verwenden!
Cite:
GA 154/1914-05-05/p028 · edition original