{"corpus":"steiner","locus":"GA 155/1912-05-23/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Kurz, wenn das Ich und der Astralleib am Abend beim Einschlafen des Menschen aus der geistigen Welt herabschauen auf den physischen und Ätherleib, dann sehen sie dieselbe Erscheinung, wie man sie in der großen Welt draußen sieht, wenn die Pflanzen sprossen und sprießen im Frühlinge. Wir müssen daher, wenn wir innerlich vergleichen, unser Einschlafen und den Beginn des Schlafzustandes in der Nacht in Wahrheit vergleichen mit dem Frühling in der Natur, und die Zeit des Aufwachens, die Zeit des Wiederhineinlebens des Ichs und des astralischen Leibes in den physischen und Ätherleib vergleichen mit dem, was der Herbst draußen in der Natur ist. Vergleichen wir so, dann vergleichen wir richtig, nicht aber, wenn wir in umgekehrter Weise vergleichen. Umgekehrt vergleichen wir äußerlich. In uns selbst entspricht der Frühling dem Einschlafen und der Herbst dem Aufwachen. Wie stellt sich nun die Sache dar, wenn der okkulte Beobachter, derjenige, der wirklich in die geistige Welt sehen kann, den Blick richtet auf die äußere Natur, wie sie verläuft im Laufe des Jahres? Was sich für einen solchen okkulten Blick ergibt, das lehrt uns, daß wir nicht äußerlich, sondern innerlich vergleichen müssen. Was uns die okkulte Beobachtung zeigt, das lehrt uns, daß ebenso, wie mit dem physischen und Ätherleibe des Menschen verbunden sind der Astralleib und das Ich, mit der Erde verbunden ist dasjenige, was wir das Geistige der Erde nennen. Die Erde ist gleichsam auch ein Leib, ein weit ausgedehnter Leib. Wenn wir sie nur betrachten in bezug auf ihr Physisches, so ist das so, wie wenn wir den Menschen nur in bezug auf das Physische betrachten würden. Vollständig betrachten wir die Erde, wenn wir sie betrachten als den Leib von geistigen Wesenheiten, in derselben Weise, wie wir auch beim Menschen den Geist als zu dem Leibe gehörig betrachten. Ein Unterschied ist jedoch da. Der Mensch hat ein einheitliches Wesen, das seinen physischen und ätherischen Leib beherrscht. Ein einheitliches Seelisch-Geistiges entspricht dem, was physischer Menschenleib und ätherischer Menschenleib ist. Viele Geister zunächst entsprechen aber dem Erdenleibe. Was also beim Menschen eine Einheit ist mit Bezug auf das Geistig-Seelische, bei der Erde ist es eine Vielheit. Das ist der nächste Unterschied.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-05-23","location":null,"word_count":356,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-23/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-23/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/155/1912-05-23/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}