{"corpus":"steiner","locus":"GA 155/1912-05-23/p016","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn wir diesen Unterschied hinnehmen, dann ist gleich darauf alles übrige in gewisser Beziehung ähnlich. Für den okkulten Blick zeigt es sich im Frühling so, daß in demselben Maße, in dem die Pflanzen aus der Erde herauskommen, in dem das Grün hervorsprießt, diejenigen Geister, die wir als die Erdengeister bezeichnen, von der Erde fortgehen. Nur ist es dabei wieder so, daß sie nicht wie beim Menschen absolut fortgehen, sondern sie lagern sich in gewisser Weise in der Erde um, sie gehen auf die andere Seite der Erde. Wenn auf der einen Halbkugel der Erde Sommer ist, ist auf der anderen Winter. Bei der Erde geschieht das so, daß dasjenige, was ihr Geistig-Seelisches ist, von der nördlichen Halbkugel zur südlichen bewegt wird, wenn auf der nördlichen Halbkugel Sommer wird. Das ändert daran nichts, daß der okkulte Blick für den Menschen, der auf irgendeinem Teil der Erde den Frühling erlebt, sieht, daß die Geister der Erde fortgehen. Er sieht, wie sie sich erheben und hinausgehen ins weite Weltall. Er sieht sie nicht hinübergehen, sondern fortgehen, ebenso wie er, wenn der Mensch einschläft, das Ich mit dem Astralleibe fortgehen sieht. Und ebenso sieht der Hellseher fortgehen die Geister der Erde von dem, womit sie verbunden waren. Während des Winters, als die Erde mit Eis und Schnee bedeckt war, da waren die Kräfte eben mit der Erde in Verbindung. Das Umgekehrte ist der Fall im Herbste. Da sieht der okkulte Blick herankommen die Erdengeister, sieht, wie sie sich wieder mit der Erde verbinden. Und in der Tat tritt dann für die Erde etwas Ähnliches ein wie beim Menschen: eine Art Selbstbewußtsein. Während des Sommers weiß der geistige Teil der Erde nichts von dem, was um ihn herum im Weltall vorgeht. Aber im Winter weiß der Geist der Erde, was im Weltall rings um ihn vorgeht, so wie der Mensch, wenn er aufwacht, dasjenige weiß und schaut, was um ihn herum vorgeht. So gilt die Analogie vollständig, nur muß sie umgekehrt gemacht werden als das äußerliche Bewußtsein sie macht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-05-23","location":null,"word_count":334,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-23/p016","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-23/p016"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/155/1912-05-23/p016","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}