Erster Vortrag

GA 155/1912-05-23/p047 ·1912-05-23 · original (original)
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Jetzt erscheint uns der Gedanke nicht mehr so tragisch, jetzt sehen wir, daß, wie die Persönlichkeit in ihren Hüllen zerrinnt, auch die Werke zerrinnen, daß aber der Wesenskern weiterlebt und weiterführt das, was er begonnen hat. Da werden wir hingewiesen also wieder zur Individualität. Aber weil wir energisch die abendländische Weltanschauung und damit die Persönlichkeit ins Auge gefaßt haben, wird uns erst die Bedeutung der Individualität so recht klar. So sehen wir, wie bedeutsam es ist, daß das Morgenland auf die Individualität das Auge gerichtet hat, auf die Bodhisattvas, die durch viele Inkarnationen hindurchgegangen sind, und wie bedeutsam es ist, daß das Abendland zunächst das Auge gerichtet hat auf die Betrachtung der einzelnen Persönlichkeit, um dann erst dazu zu kommen, zu erfassen, was die Individualität ist.

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