Erster Vortrag

GA 155/1912-05-28/p005 ·1912-05-28 · original (original)
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Der Vorwurf, der gegen uns von jener Seite in der eben charakterisierten Art erhoben wird, könnte vielleicht in die folgenden Worte gekleidet werden. Es könnte gesagt werden: Wozu lange Weltbetrachtungen? Wozu Erzählungen über viele Reinkarnationen vieler Wesen, über die komplizierten Verhältnisse des Karma, wenn doch das Allerwichtigste im Leben dasjenige ist, was ein auf der Höhe dieses Lebens angekommener Weiser seinen Bekennern immer und immer wiederholte, als er nach einem reichen Weisheitsleben, schon krank und schwach, sich tragen lassen mußte: Kinder, liebet einander. So sprach bekanntlich der Apostel, der Evangelist Johannes im höchsten Alter, und oft und oft ist es betont worden, daß mit diesen drei Worten: Kinder, liebet einander! der Extrakttiefster sittlicher Lebensweisheit gegeben ist. Und es könnte da mancher sagen: Wozu also alles andere, wenn das Gute, wenn die hehren sittlichen Ideale in einer so einfachen Weise erfüllt werden können, wie es im Sinne dieser Worte des Evangelisten Johannes ist?

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