{"corpus":"steiner","locus":"GA 155/1912-05-28/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ein neuzeitlicher Philosoph, der gewiß auch im Norden nicht unbekannte Schopenhauer, hat neben manchem recht Irrtümlichen, das seine Philosophie enthält, einen sehr richtigen Satz ausgesprochen gerade in bezug auf die Prinzipien der Moral, nämlich: Moral predigen ist leicht, Moral begründen schwer. Recht wahr ist dieser Ausspruch, denn es gibt eigentlich kaum etwas Leichteres, als in einer Weise, die zu den allernächsten Prinzipien des menschlichen Fühlens und Empfindens geht, auszusagen, was der Mensch tun oder lassen soll, damit er ein guter Mensch sei. Zwar beleidigt es sogar manche Seele, wenn behauptet wird, daß das leicht sei. Aber es ist einmal leicht, und derjenige, der das Leben, der die Welt kennt, wird auch nicht bezweifeln, daß wohl kaum über irgend etwas so viel gesprochen worden ist als über die richtigen Grundsätze des sittlichen Handelns. Und insbesondere das eine ist auch wahr, daß man im Grunde genommen die allermeiste Zustimmung bei seinen Mitmenschen findet, wenn man von diesen allgemeinen Grundsätzen sittlichen Handelns spricht. Es tut so wohl, möchte man sagen, den zuhörenden Gemürern und man fühlt so sehr, daß man da unbedingt übereinstimmen kann mit dem, was der Redner sagt, wenn er die allerallgemeinsten Grundsätze moralischen Verhaltens des Menschen vorbringt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-05-28","location":null,"word_count":197,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-28/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-28/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/155/1912-05-28/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1912-05-28_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}