{"corpus":"steiner","locus":"GA 155/1912-05-28/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Betrachten wir den eigentlichen Starkmut, die eigentliche Tapferkeit nach einigen ihrer Grundeigenschaften, so finden wir, daß sie besteht aus einer inneren Lebensfülle, die ausgeben kann. Das ist es, was uns in alten Zeiten, gerade bei den europäischen Völkern am meisten auffällt. Solch ein Mensch, wie er der alten europäischen Bevölkerung angehört, hat in sich mehr, als er für seinen persönlichen Gebrauch bedarf. Aber er gibt aus das Mehr, weil er den Impuls dazu hat, das auszugeben. Er folgt ganz instinktiv dem Impulse, das, was er zuviel hat, auszugeben. Man möchte sagen: Mit nichts mehr war der alte europäische Norden verschwenderischer als mit seinem moralischen Überfluß, mit seiner Tüchtigkeit, seiner Tauglichkeit, Lebensimpulse in den physischen Plan hinausströmen zu lassen. Es war wirklich so, wie wenn die Menschen der europäischen Urzeit, jeder einzelne, mitbekommen hätte eine ganz bestimmte Fülle von Kraft, die mehr bedeutete, als der Mensch für seinen persönlichen Gebrauch bedurfte, von der er ausströmen hat können, mit der er verschwenderisch hat sein können, die er hat verwenden können zu seinen kriegerischen Taten, zu den Taten jener uralten Tugend, welcher die neuere Zeit unter den Untugenden zu nennenden menschlichen Eigenschaften einen Platz gegeben hat; die er verwendet hat zum Beispiel zu dem, was man bezeichnet hat als Großmut. Handeln aus Großmut, das ist wieder etwas, was so charakteristisch ist für die uralte europäische Bevölkerung, wie charakteristisch ist das Handeln aus Andacht für die uralt indische Bevölkerung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-05-28","location":null,"word_count":235,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-28/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-28/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/155/1912-05-28/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1912-05-28_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}