Erster Vortrag
Er folgte diesen Worten, ging zurück nach Assisi, und siehe da, er hatte etwas wie ein inneres Zwiegespräch mit einem Wesen, das spirituell zu ihm sprach und ihm sagte: Nicht im äußeren Dienst hast du zu suchen deine Ritterschaft. Du bist bestimmt, alle Kräfte, welche du anwenden kannst, umzugestalten zu Kräften des Seelischen, umzugestalten als Waffen, die du seelisch gebrauchen sollst. Alle Waffen, die dir erschienen sind im Palaste, bedeuten dir seelisch-geistige Waffen des Erbarmens, des Mitleids und der Liebe. Alle Schilder bedeuten dir die Vernunft, die du anzuwenden hast, um festzustehen gegenüber den Mühsalen eines in Erbarmen, Mitleid und Liebe zugebrachten Lebens. — Nachher folgte eine kurze, wenn auch nicht ungefährliche Krankheit, von der er aber genas. Danach ergab sich für ihn etwas wie eine Rückschau auf das ganze frühere Leben, in der er mehrere Tage lebte. Wie umgeschmiedet war der ganze Rittersmann, der in seinen kühnsten Träumen sich nur danach gesehnt hatte, ein Kriegsheld zu werden, zu einem Manne, der nun alle moralischen Impulse des Erbarmens, des Mitleids und der Liebe bis in das letzte hinein suchte. Alle Kräfte, die er im Dienste des physischen Planes verwenden wollte, waren umgewandelt zu moralischen Impulsen des inneren Lebens.
Cite:
GA 155/1912-05-28/p037 · edition original