{"corpus":"steiner","locus":"GA 155/1912-05-28/p039","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber, was ist nun mit Franz von Assisi geschehen? Es ist unnötig, die Kämpfe auseinanderzusetzen, die er mit seinem Vater gehabt hat, als er zu einer ganz anderen Art, zu einer ganz anderen Methode der Verschwendung überging. Die Verschwendung, bei der auch das Haus des Vaters zur Geltung kam, weil es durch diese Verschwendung des Sohnes zur Berühmtheit und zum Ansehen gekommen war, die verstand der Vater noch; nicht aber verstand er, daß der Sohn nach seiner Umwandlung seine besten Kleider von sich warf bis auf das Notwendigste und sie dem gab, der sie brauchte. Er konnte es nicht begreifen, als seinen Sohn die Anwandlung überkam, in der er sich sagte: Merkwürdig, wie wenig geachtet diejenigen sind, durch welche die christlichen Impulse im Abendlande so Großes erhalten haben. Danach pilgerte Franz von Assisi nach Rom und eine große Summe Geldes legte er nieder an den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus. Diese Dinge verstand der Vater nicht. Ich brauche nicht zu schildern die Kämpfe, die es da gab, ich brauche nur anzudeuten, daß sich für Franz von Assisi darin zusammengedrängt haben die ganzen moralischen Impulse. Die so zusammengedrängten Impulse hatten dann in Seelisches umgewandelt die Tapferkeit. Sie hatten sich so entwickelt, daß sie eine besondere Verstärkung erfuhren in den Meditationen und ihm erschienen als das Kreuz mit dem Crucifixus daran. In diesen Zuständen fühlte er eine innere, persönliche Beziehung zu dem Kreuze und zu dem Christus, und davon kamen ihm dann die Kräfte, durch die er so ins Unermeßliche steigern konnte die moralischen Impulse, die ihn jetzt durchströmten.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1912-05-28","location":null,"word_count":258,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-28/p039","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1912-05-28/p039"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/155/1912-05-28/p039","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1912-05-28_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}