Zweiter Vortrag

GA 155/1912-05-29/p039 ·1912-05-29 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Da haben Sie geschildert von einem der hervorragendsten europäischen Geister der vorchristlichen Zeit dasjenige, was man dazumal als das Wichtigste ansah der menschlichen Natur. Der Starkmut, die Tapferkeit wird durchzogen für die europäische Bevölkerung von dem Christus-Impulse und von dem, was wir unser Ich nennen. Der Starkmut, der bei Plato auftritt als Tugend, wird hier durchgeistigt, und es wird die Liebe daraus. Das ist das Wichtigste, daß wir sehen, wie die moralischen Impulse in das Menschengeschlecht eintreten, wie das, was früher so angesehen worden ist, wie es heute geschildert wurde, zu etwas ganz anderem wird. Wir dürfen, wenn wir nicht ins Gesicht schlagen wollen der christlichen Moral, die Tugenden nicht so aufzählen: Weisheit, Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit, denn man könnte uns antworten: Wenn ihr alle diese Tugenden hättet und ihr hättet die Liebe nicht, ihr würdet niemals in die Reiche der Himmel kommen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/155/1912-05-29/p039.json
Cite: GA 155/1912-05-29/p039 · edition original