Erster Vortrag

GA 155/1914-07-12/p014 ·1914-07-12 · original (original)
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Wenn man dies alles so bedenkt, dann steht uns doch in einer etwas anderen Weise als sonst vor dem geistigen Auge das, was man zum Beispiel im Sinne des paulinischen Christentums «das Verhältnis des Menschen zur Sünde und zur Schuld» nennt. Daß der Mensch im Verlauf seiner Entwickelung in Sünde und Schuld verfallen konnte, die er nicht selbst von sich wiederum wegwaschen konnte, das meint ja Paulus. Und daß es dem Menschen möglich werde, Sünde und Schuld und damit alles dasjenige, was für ihn mit Sünde und Schuld zusammenhängt, von sich abzuwaschen, dazu mußte der Christus auf die Erde kommen. Das ist des Paulus Meinung. Und man möchte sagen: Braucht diese Meinung irgendeinen wirklichen Beleg, so ist dieser Beleg gegeben in dem Wüten und Schreien derjenigen, die da rufen: «Kreuziget ihn!» Denn in diesem Rufe liegt, daß die Menschen nicht wußten, was sie selbst auf Erden zu bedeuten haben, daß ihre frühere Entwickelung dahin gezielt war, Finsternis zu verbreiten über ihr Wesen.

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