{"corpus":"steiner","locus":"GA 155/1914-07-15/p007","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Erinnern Sie sich nur einmal, meine lieben Freunde, wie wir oftmals sprechen von Luzifer und Ahriman, und erinnern Sie sich dabei, wie in meinen Mysteriendramen Luzifer und Ahriman dargestellt sind. In dem Augenblick, wo man beginnt, ich möchte sagen, menschlich-anthropomorphistisch die Sache anzusehen und einfach aus Luzifer so eine Art inneren und aus Ahriman eine Art äußeren Verbrecher macht, in diesem Augenblick wird man schwer zurechtkommen; denn vergessen wir nur nicht, daß gesagt werden muß, daß Luzifer neben dem Bringer des Übels und so weiter in die Welt, des inneren Übels, das durch die Leidenschaften entsteht, auch der Bringer der Freiheit ist, daß Luzifer eine wichtige Rolle spielt im Weltenganzen. Ebenso muß von Ahriman gesagt werden, daß er eine wichtige Rolle spielt im Weltenganzen. Wir haben es ja, als begonnen wurde zuerst mehr über Luzifer und Ahriman zu sprechen, erlebt, daß Anthroposophen in einer gewissen Weise unruhig geworden sind. Sie haben auf der einen Seite, ich möchte sagen, noch solch ein Nachgefühl von dem, was man immer aus Luzifer gemacht hat: daß das eigentlich ein schrecklicher Verbrecher in der Welt ist, vor dem man sich nur hüten müsse. In dieses Gefühl gegenüber Luzifer kann natürlich der Anthroposoph nicht so ohne weiteres einstimmen, weil er Luzifer eine wichtige Rolle zuerteilen muß im Weltenganzen. Und dennoch wiederum, man muß Luzifer hinstellen als einen Gegner der fortschreitenden Götter, als einen Geist also, der den Schöpfungsplan in einer gewissen Weise durchkreuzt, als einen Feind derjenigen Götter, die wir eigentlich verehren müssen. Wir schreiben also im Grunde genommen, wenn wir so über Luzifer sprechen, einem Götterfeind eine wichtige Rolle zu im Weltenganzen. Und in ähnlicher Weise müssen wir es ja auch bei Ahriman machen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1914-07-15","location":null,"word_count":279,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1914-07-15/p007","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/155/1914-07-15/p007"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/155/1914-07-15/p007","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"also_served_as":{"lectures":["1914-07-15_02"],"note":"The identical text is also served under the loci listed here. They are the SAME witness under different ids, not independent attestations: do not cite two of them as corroborating each other."}}